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Mondrian von Lüttichau"Findet die Stellen in einem Buch, mit denen ihr etwas anfangen könnt. Wir lesen und schreiben nicht mehr in der herkömmlichen Weise. Es gibt keinen Tod des Buches, sondern eine neue Art des Lesens. In einem Buch gibt's nichts zu verstehen, aber viel, womit man etwas anfangen kann. (...) Das Buch ist kein Wurzel-Baum, sondern Teil eines Rhizoms, Plateau eines Rhizoms für den Leser, zu dem es paßt. Die Kombinationen, Permutationen und Gebrauchsweisen sind dem Buch nie immanent, sondern hängen von seinen Verbindungen mit diesem oder jenem Außen ab. Jawohl, nehmt was ihr wollt!" 

GILLES DELEUZE / FELIX GUATTARI:  Rhizom

 

 

........ENTFREMDUNG.................                              ...............VERDINGLICHUNG..........  

.....INSTRUMENTELLE VERNUNFT........

 

Diese begriffe meinen eine vermutlich neurobiologisch vorgegebene funktionsweise des menschlichen bewußtseins, die sich in unserer zivilisation besonders einseitig entfaltet hat. Erfahrungen werden zu prinzipien verdichtet, um das leben vorhersehbarer zu machen. Mit bestimmten prinzipien identifizieren wir uns - andere lehnen wir ab.  Gelten soll nur eines - das andere prinzip, die andere lebenserfahrung, der andere glaube soll nicht sein. Entweder - oder! Freund oder feind! Richtig oder falsch! Produktiv oder nutzlos! Oder lebensunwert!

Übergeordnet verstanden, schließen die dadurch entstehenden falschen alternativen das weiterdenken über den jeweiligen status quo (die balance of power der fronten) regelhaft aus - was von massenmedien wie von politikern zur ideologischen manipulation virtuos genutzt wird!

Seit mindestens 2000 jahren haben manche künstler, spirituelle lehrer und wissenschaftler auf die gefährliche einseitigkeit dieser denk- und  handlungsweise hingewiesen. Natürlich wurden und werden auch sie eingeordnet in etablierte kategorien: "mystisch" - "buddhistisch" - "jüdisch" - "christlich" - "marxistisch" - "konservativ" -  "außenseiter" - "romantisch" - "eklektizistisch" - "psychotherapeutisch" - "unpolitisch"  - "unterhaltungsliteratur"  - und dann von den anhängern anderer prinzipien (schulen, religionen, blickwinkel) als irrelevant weggeschoben!

Die natürliche tendenz des menschlichen bewußtseins zur situativen komplexitätsreduktion wurde in unserer zivilisation zum selbstläufer, zum positiven regelkreis, zum mechanismus einer progressiven verdinglichung. Jedes einmal definierte prinzip wird zur grundlage des übergeordneten nächsten prinzips. Auf dieser grundlage funktioniert, was wir "fortschritt" nennen - im wissenschaftlichen, technischen sinne wie im bereich der bürokratie, der ausdifferenzierung von gesetzen und verordnungen, aber auch im alltäglichen sozialen konsens. - Ohne dieses begriffliche, logische, deduktive, hierarchische, patriarchalische, instrumentelle denken gäbe es unsere heutige entwickelte zivilisation nicht. Aber auch der fabrikmäßige völkermord der nazis, die derzeitige rigorose umweltzerstörung hat hier seine bzw. ihre bewußtseinsmäßigen grundlagen. Verdinglichung steht am anfang von zwischenmenschlicher beziehungslosigkeit und sexueller gewalt.. 

Daß dieses "enteignete bewußtsein" (hans kilian)  durch revolutionäre oder theoretische impulse insgesamt aufgelöst werden könnte, ist vermutlich illusorisch (und selbst wieder moment des "entweder-oder"-denkens). Eher geht es darum, die GEGENBEWEGUNG zu diesem prinzip zu stärken, die seit menschengedenken ja auch existiert - und sicherlich oft (wenn auch nicht immer) schlimme auswirkungen jener einseitigen tendenz zur verdinglichung reduzieren konnte.

Das verlagsprojekt AUTONOMIE & CHAOS BERLIN versteht sich als plattform für protagonistInnen dieser gegenbewegung  (die ansonsten zu unterschiedlichen spirituellen, seelischen und politischen "lagern" gehören) -
auf der suche nach richtigem leben im falschen !

Es kommt mir darauf an, dinge öffentlich zu machen, die es scheinbar nicht gibt, - die tatsächlich aber nur unterdrückt, verdrängt, abgespalten werden. Die weißen flecke auf der landkarte von erfahrung & erkenntnis innerhalb einer zivilisation sind zu füllen. Das bedeutet für mich auch, so intensiv wie möglich mein werden & gewordensein darzustellen, ohne die angst vor dem vorwurf, das sei doch "nur" privat, sei "nabelschau", interessiere "nicht allgemein", sei "unpolitisch".

Ein schwerpunkt ist und bleibt dabei die frage:
WIE KAM ES ZU DEM VERBRECHERISCHEN NS-REGIME ?
UND WAS BEDEUTET DAS FÜR UNS HEUTE ?

AUTONOMIE & CHAOS BERLIN bezieht sich auf zwei gedanken theodor w. adornos. In dem aufsatz 'Erziehung nach Auschwitz' schreibt er: "Die einzig wahrhafte Kraft gegen das Prinzip von Auschwitz wäre Autonomie, wenn ich den Kantischen Ausdruck verwenden darf; die Kraft zur Reflexion, zur Selbstbestimmung, zum Nicht-Mitmachen." (GS 10.2, s.679) - In seinen 'Minima Moralia' steht: "Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen." (GS 4, s. 253)

 

Die bisherigen autorInnen & künstlerInnen sind:
ulrich acksel, giuliano asti, friedrich berg, petra bern, roswitha bitterlich, michael brink (emil piepke), christa anita brück, martin buber, eugen diesel, diotíma (lenore kühn-frobenius), rené daumal, eugen diesel, felix, georg fink, wally fleischer, roger gilbert-lecomte, jürgen haug, maurice henry, uta kühn, albert lamm, laura, li boyang (laotse), ida von lüttichau, harald graf v. lüttichau, mondrian graf v. lüttichau, gabi lummas, mandy, liane tjane michauck & co., guido mohammad jafar, kurt münzer, petra nürnberger & co., rachel & co., friedrich von raumer,
adelheid reinbold, daniel rudman, claudia beate schill, anna schack, heidi schmidt, detlev walter schimmelsack, konrad telmann, nora waln, martha wertheimer..

 

AUTONOMIE & CHAOS ONLINE verbindet vorteile von web und printmedien:

  • >Vernetzen per link!
  • >Kostenfrei lesen und herunterladen als e-book, die pdf-suchfunktionen nutzen!
  • >Papierausdrucke (und einbände) nach belieben herstellen (lassen), z.b. im copy shop!
  • >Dauerhaft verfügbar auf dieser website!
  • >Die veröffentlichungen sind (mit ISBN) in der Deutschen Nationalbibliografie verzeichnet und als datei langzeitarchiviert.
    Sie können dort eingesehen werden auch, wenn es dieses projekt nicht mehr geben wird; - es sind also zitierbare quellen!

© Das copyright für die publikationen von A&C ONLINE liegt bei mondrian w. graf v. lüttichau (soweit nicht anders vermerkt).

Alle bücher können für den privatgebrauch kostenfrei heruntergeladen und ausgedruckt werden.
Jede weitergehende nutzung bedarf der schriftlichen genehmigung der rechteinhaberInnen.

 

Initiator des projekts: mondrian (ursprünglich: wolfgang) graf v. lüttichau (foto oben links), geboren 1952 in württemberg.Seit 1966 tagebücher geschrieben.  1968-71 mitarbeit bei einer schülerzeitung. 1971-73 internat in heidelberg, abitur. Bundeswehr, buchhändlerlehre.  1977 mit gise nach wuppertal-elberfeld. Buchhändler, dann lagerarbeiter und skimonteur in einem warenhaus. Seit 1977 im umkreis der alternativbewegung, u.a. mitarbeit beim ULCUS MOLLE INFO BOTTROP (bundesweiter vertrieb von alternativliteratur). 1979/80 gründungsmitglied des kreisverbands wuppertal der GRÜNEN.  Seit 1980 informelle ausreißerhilfe, zeitweilig in kooperation mit der INDIANERKOMMUNE NÜRNBERG. (Siehe dazu die anmerkung hier unten!)  Enge kontakte mit der westdeutschen bzw. westberliner hausbesäzzer-szene.  1981 umzug zurück nach heidelberg, verlagsbuchhändler beim VERLAG LAMBERT SCHNEIDER. Gründung des selbstverlags AUTONOMIE & CHAOS (ISBN-Verlagsnummer: 923211). (Erste buchhandelstitel: 'Das buch des li pe-jang, genannt lao tse', 'Das Buch Tani Mara', 'Marsmenschlichkeit'.) 1983 zweitwohnung in schwäbisch hall
1984
umzug nach berlin (west). Dort arbeit als lagerist und verkäufer (im medizinisch-technischen großhandel)1986-90 immatrikuliert an der FU BERLIN (OSI) (politikwissenschaften, soziologie), kein abschluß, dabei teilzeitbeschäftigt bei IKEA.   1990-93 studium sozialpädagogik (schwerpunkt behindertenpädagogik/integration) an der ALICE SALOMON-FACHHOCHSCHULE BERLIN (ASFH). Arbeit bei SenJugFam und in wohnheimen für erwachsene mit kognitiver beeinträchtigung ("geistig behinderte"). 1993 linkes auge zerstört.  1995-98 heilpädagoge in einem enthospitalisierungsprojekt lebenslang fehlplazierter mehrfachbeeinträchtigter/psychisch kranker erwachsener (Wilhelm Griesinger-Krankenhaus Berlin-Hellersdorf/Marzahn). 1998-2000 gestaltungs- und soziotherapeut in der akutpsychiatrie (auch im WGK). Ab 1995 betreuung einzelner psychotrauma-betroffener.
2000
umzug nach leipzig. Verschiedene tätigkeiten im sozialpsychiatrischen arbeitsfeld, u.a. beim Psychiatriebetroffenenverein DURCHBLICK e.V.  2002-2006 anleiter einer borderline-selbsthilfegruppe. Seit 2003 aufbau der (ehrenamtlichen) TRIALOGISCHEN BORDERLINE-BERATUNGSSTELLE (später TRAUMA BERATUNG LEIPZIG), jetzt www.dissoziation-und-trauma.de. Ehrenamtliche mitarbeit bei der SÄCHSISCHEN GESELLSCHAFT FÜR SOZIALE PSYCHIATRIE e.V.  2008 online-verlag www.autonomie-und-chaos.de
2011
rückkehr nach berlin ♥ 2014 www.AUTONOMIE-UND-CHAOS.berlin

 

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Anmerkungen zur aktuellen diskussion über pädosexualität:

 

Seit einiger zeit werden in den medien katholische funktionäre, "reform"-pädagogen und bestimmte vertreter der politischen linken angeprangert als pädosexuelle täter oder deren angebliche sympathisanten. So begrüßenswert es ist, daß das tabu gegenüber sexueller gewalt wieder ein stückweit aufgelöst wird, sollte dies nicht davon ablenken, daß die allermeisten sexuellen (und anderweitigen) traumatisierungen von kindern/jugendlichen im umfeld der herkunftsfamilien stattfinden! Es sollte nicht wieder ignoriert werden, wie es sehr vielen kindern in unserer gesellschaftlichen normalität geht: ohne zugewandte eltern, aber ruhiggestellt mit spielzeug, medien und geld, ohne berufliche perspektive, der psychopathologie der eltern ausgeliefert innerhalb der nach außen isolierten familien-"burg" oder abgeschoben in internate.

Auch darum geht es in manchen meiner autobiografischen bücher. Weil ich selbst ein solches kind war, wollte ich lange zeit nichts wissen von den "verwachsenen" und  hatte "zu lange" und "zu eng" mit kindern zu tun. (Aufgewachsen in einem dysfunktionalen elternhaus, empfand ich andererseits meine fluchtmöglichkeit als kind hin zu erwachsenen nachbarn immer als rettend.)  –  Als ich 16-21 war, kam es innerhalb vielschichtiger begegnungen und z.t. langjähriger freundschaften auch zu zärtlichen erotischen kontakten mit 11-15jährigen kindern/jugendlichen. Diese situationen werden in den hier veröffentlichten autobiografischen büchern in ihrem damaligen stellenwert dargestellt, da auch sie ein moment der komplexen psychologischen wahrheit jener begegnungen sind. Jedoch stehen im mittelpunkt dieser bücher kinder, die von eltern und angehörigen mißachtet wurden und bindungskontakte deshalb woanders suchen mußten. Daneben geht es natürlich um mich, der ich emotionale nähe erstmalig im leben bei solchen kindern fand. -

 

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