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Harald Graf v. Lüttichau: GESCHICHTE DER FAMILIE

           (Hrsg. mondrian v. lüttichau)                                                                           

Dieser zentrale band der von meinem vater (1921-1999) begründeten 'Beiträge zur Familiengeschichte der Herren, Freiherren und Grafen v. Lüttichau' wird hier in 2. auflage online veröffentlicht, inhaltlich im wesentlichen unverändert, jedoch digitalisiert und in neuem lay out. Er enthält eine genealogisch strukturierte zusammenstellung von daten der namensträger ab 14. jahrhundert (nach dem kenntnisstand von 1985). Grundlage der familiengeschichte sind vom autor seit etwa 1940 erforschte und gesammelte quellen und regesten. Diese sind dokumentiert in den weiteren bänden der 'Beiträge zur Familiengeschichte..' (die eingesehen werden können in verschiedenen landes- und universitätsbibliotheken, genealogischen archiven sowie bei familienmitgliedern). Für die online-neuauflage hinzugefügt wurden etliche abbildungen sowie erläuterungen.

Genealogisch orientierte familiengeschichte bedeutet mir an sich nichts. "Verwandten" fühle ich mich nicht per se verbundener als "nichtverwandten" menschen. Gleichwohl gab es seit meiner kindheit immer wieder austausch mit meinem vater über sein lebensthema, - was ihn öfters hoffen ließ, ich könnte seine arbeit einmal fortführen oder doch bewahren.

Für mich haben derlei dokumentationen eher sinnlich-symbolische bedeutung. Sie tragen bei zum bewußtsein, mit letztlich allen menschen, mit der ganzen welt verbunden, vernetzt, verflochten zu sein, - verwurzelt zu sein in der welt. Während der arbeit an dieser neuausgabe wurde mir bewußt, wie viele menschliche schicksale sich entfaltet haben, ohne die es mich nicht gäbe, - gerade in sachsen, wo ich an der neuausgabe arbeitete: dörfer, rittergüter, zerstörungen, heiraten.. - Natürlich ist sowas keine ganz neue erkenntnis, aber sie wurde mal wieder sinnlich greifbarer für mich.

So meint die neuherausgabe der familiengeschichte keine wendung in die vergangenheit, sondern vielmehr den impuls, bewußtsein für die realität des vergangenen in der und für die gegenwart zu wecken.

Fotos zur geschichte der familie v. lüttichau finden sich in meinem flickr-account, - hier!

Hinweise zu wolff caspar v. lüttichau, dem stammvater der skandinavischen lüttichaus, und seiner herkunft aus bad düben/sachsen: Link 1 und Link 2.

 

GESCHICHTE DER FAMILIE (HARALD GRAF v. LÜTTICHAU):

auc-51-familiengeschichte.pdfalt 13,90 MB  (Download dauert etwas länger - bitte geduld!)

 

Siehe auch die neue GENEALOGISCHE FAMILIENGESCHICHTE IN BENUTZERFREUNDLICHER DARSTELLUNG:

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: AUSSENSEITER-ALLÜREN. Anatomie einer kriegserklärung

Eine gekürzte, aber ansonsten sprachlich und inhaltlich authentische fassung meiner ersten tagebücher, als 14-18jähriger. Im mittelpunkt steht die schrittweise distanzierung und abgrenzung von den eltern – nicht vorrangig in demonstrativen kampfgebärden, vielmehr als reflexionsprozeß, bei dem in zunehmendem maße das mir eigene sich herauskristallisierte. Deutlich werden im elternhaus momente von überbehütung, beziehungsleere und parentifizierung. Nachdenken, lesen und schreiben sind die ersten alternativen, aber schon in dieser zeit zeigt sich meine suche nach authentischen begegnungen als zentrale lebensbewegung. – "Außenseiter-allüren" hatte seinerzeit meine mutter mir vorgehalten: doppelt verächtlich, indem noch nichtmal mein außenseiter-sein ernstgenommen wurde.

Der untertitel meint meinen damals bewußt werdenden widerstand gegen entfremdete (verdinglichte) zwischenmenschliche beziehungen, gegen trägheit des herzens, verlogenheit und egoismus als grundlagen der "normalität" in unserer menschenwelt.

 

 
Christa Anita Brück: SCHICKSALE HINTER SCHREIBMASCHINEN

 

Christa anita brück (1899-1958?) war eine sensible junge frau mit feinem psychologischen bewußtsein, die wohl nicht ganz freiwillig im kaufmännischen bereich gearbeitet hat. Ihrem sozialen blickwinkel nach kam sie aus gutbürgerlichem elternhaus, vermutlich in ostpreußen, wo auch ihre romane spielen. Nach ihrem hier wiederveröffentlichten ersten buch (von 1930) erschienen bis 1941 noch drei selbständige veröffentlichungen; einer der romane wurde verfilmt. Über das weitere schicksal der autorin konnte ich nichts herausfinden.

'Schicksale hinter Schreibmaschinen' ist eines der ersten literarischen werke mit dem thema mobbing am arbeitsplatz. Prägnant wird gezeigt, wie  individualitäten im verdinglichten mechanismus der arbeitswelt so weit zurückgestutzt, verstümmelt werden, bis sie nur noch als menschliche karikaturen agieren können, - wobei täter  und opfer, vorgesetzte und kollegInnen in ihren idiosynkrasien, zwanghaftigkeiten, mit narzißtischen kompensationen und medikamenten- oder alkoholmißbrauch nicht zufällig einander oft sehr ähnlich sind.

Auch in der gegenüberstellung von großbürgerlichem selbstverständnis bei der 'deklassierten' protagonistin und kleinbürgerlich bestimmter arbeitswelt ist dieses buch ein dokument zur vorgeschichte des nationalsozialistischen deutschland und damit auch unserer gegenwart. Die hilflosigkeit der in ihrer etikette, in standesdünkel und moralischen zwängen verhafteten 'guten bürger' angesichts der gesellschaftlich zunehmend dominierenden kleinbürger (und damit auch ihre hilflosigkeit gegenüber den machttaktischen methoden der nazis) wird differenziert geschildert von viktor klemperer in seinem bekannten tagebuchwerk.

Darüberhinaus geht es um sexuelle nachstellung/gewalt als grunderfahrung berufstätiger frauen. Bis heute wird gnadenlose borniertheit, seelische zerrüttung und arroganz der macht bei männlichen vorgesetzten und ihr physiognomisches, ästhetisches korrelat nur selten ungeschönt und sinnlich prägnant dargestellt wie hier. Daß eine romanfigur männliche anmache weder in traditioneller weiblicher unterwerfung hinnimmt noch ihr als emanzipierte amazone begegnet, vielmehr entsprechende männchen bei aller eigenen leidvollen hilflosigkeit doch kalt beschreibt, in verachtung und ekel, widerspricht weiblichen rollenerwartungen noch immer.

Die meisten in 'Schicksale hinter Schreibmaschinen' subtil geschilderten momente von machtmißbrauch, impertinenz, psychoterror (mobbing), verlogener rhetorik, zwanghaftigkeit, aber auch angst, unterwürfigkeit, kollektivzwang und hilflosigkeit bzw. die unterschiedlichen neurotischen kompensationen und interaktionsmuster sind mir - bis in einzelne formulierungen! - vertraut aus eigener erfahrung (als betroffener oder beobachter) in etlichen branchen, noch 50 jahre später, in BRD, berlin (west wie ost) und sachsen!

Prägnant beschrieben werden alpträume, projektive angstphantasien und andere psychotraumatische symptome bei mehreren figuren sowie eine situative eskalation bis zu suizidalen empfindungen.

Ein schlaglicht auf die undurchsichtige, in manchem paradoxe gesellschaftliche situation vor dem machtantritt der nazis gibt eine klarsichtige überlegung der protagonistin: "Gewiß sind Sie überzeugt, ein nationaler Mann zu sein. Aber in Wirklichkeit propagieren Sie den Umsturz, denn der Umsturz kommt nicht aus den Gepeinigten, die ihn vollführen, er kommt aus denen, gegen die er sich richtet."

Möglicherweise sind die in diesem buch profilierten ansprüche an das soziale leben  tatsächlich anachronistisch: "So wund bin ich geschlagen, so elendig verhetzt und in meinen Erwartungen entartet, daß allein der Klang unverfälschter Herzlichkeit mich bis zur Fassungslosigkeit erschüttert." Sind wir heute überhaupt noch in der lage, unverfälschte herzlichkeit wahrzunehmen, in unserem Falschen Selbst, mit dem wir uns abdichten gegenüber einer alltäglich gewordenen zwischenmenschlichen kälte? - "Kollegialität und Anstand", wofür die protagonistin dieses buches noch offensiv eintritt, kommt meiner erfahrung nach im arbeitsleben kaum mehr vor, dafür eine sogenannte 'teamfähigkeit', die wenig mehr ist als kollektive unterordnung unter situative machtverhältnisse. Christa anita brück schreibt: "Die Wehrlosigkeit eines feigen Hasses, der aufbegehrt, solange er allein ist und Beleidigungen schluckt, um des Brotes willen, er, nicht die Abhängigkeit meiner Stellung, erniedrigte mich. Ich sehne mich mit dem ganzen Rest  meiner früheren Lauterkeit zurück nach Achtung und Vertrauen." - Mag sein, daß derlei nuancen und inhalte heutzutage nicht mehr als literaturfähig gelten. Mir allerdings scheinen sie unverzichtbar für unser menschsein.
(Aus dem nachwort von mondrian v. lüttichau)

 Im august 2015 ist bei A+C in neuausgabe erschienen christa anita brücks zweiter roman: Ein Mädchen mit Prokura.

 

 
Diotíma: SCHULE DER LIEBE

(Bearbeitete neuausgabe: Mondrian graf v. lüttichau)

Dieses buch ist ein wunder! Es ist gewiß das radikalste, tiefste, liebevollste und weiseste, das in deutscher sprache je zum thema leibliche liebe geschrieben wurde. Diotímas haltung ist radikal in jeder weise: Liebe sieht sie als schrankenlose, tabulose sexuelle leidenschaft und hingabe und zugleich unbedingte und kompromißlos innigste nähe zweier menschen in ihrer individualität.

Zum thema eros im zeitalter der sexuellen revolution schreibt der sexualwissenschaftler volkmar sigusch: "Doch wenn wir genauer hinsehen, entdecken wir überall, oft hinter buntscheckigen Masken versteckt, ungestillte Sehnsucht, aufgeputschte Nerven, abgespeistes Verlangen, enttäuschte Liebe, eingeredeten oder tatsächlichen Missbrauch, Versagen, Heuchelei, Geschlechtszweifel, Sexismus, Angst, Schuld, Einsamkeit und Selbstsucht. Offenbar gähnt in unserer Kultur ein Abgrund zwischen unseren Wünschen und ihrer Befriedigung. (...) Eine in sich harmonische Möglichkeit des Erotischen und des Sexuellen ist nicht einmal theoretisch zu erkennen." ('Neosexualitäten', frankfurt/m. 2005, seite 50, 52) - Genau um solche möglichkeiten aber ging es lenore frobenius-kühn, der autorin des hier wiederveröffentlichten buches.

'Schule der Liebe' erschien 1930 im Verlag Eugen Diederichs (Jena). Die neuausgabe wurde um rund 70% gekürzt. Herausgenommen wurden vor allem inhaltliche redundanzen und weitschweifige erörterungen, die vielleicht damals die funktion hatten, zensur-instanzen abzulenken. Einige zeittypische begriffe wurden durch heutzutage verständlichere ersetzt. – Die ausgabe enthält ein ausführliches nachwort des herausgebers.

 

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: LIEDER VON DER WAHRHEIT IN UNS DRIN

Gesamtausgabe der gedichte (1970-2012). - Die gedichte haben mich begleitet, zum teil über jahrzehnte; kontinuierlich wurden sie verändert. Deutlicher zeigte sich mir im laufe der jahre das wesenhafte konkreter begegnungen, erfahrungen und empfindungen früherer jahre. Bis heute geht es mir um die möglichkeit von nähe, von beziehung und liebe im zustand der progressiven verdinglichung unserer sozialen welt. Die gedichte sind sowas wie modelle meiner fragen und meiner antworten dazu. In ihnen entfaltet sich der unbegriffliche kern meiner lebendigkeit vielleicht deutlicher als in den anderen büchern - insofern empfinde ich sie auch als eine art gegengewicht zu meinem sonstigen, eher diskursiven und werkzeughaften umgang mit sprache.

Diese 2., erweiterte und durchgesehende auflage erschien im august 2013.

 

 
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