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Übersicht

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Daniel Rudman: "HALT MICH BIS ZUM MORGEN - !"

(Übersetzung und nachwort: wieland speck)

Fast vergessen ist die kometenhaft wieder verschwundene westdeutsche männerbewegung in den 70er jahren des letzten jahrhunderts. Dieses theaterstück (oder hörspiel) erschien (auf deutsch) erstmalig 1976 in westberlin und findet sich nichtmal in den beständen der Deutschen Nationalbibliothek.

Die beiden charaktere PENIS und SELBST versuchen in einem hilflos-wütend-verzweifelten gespräch, ihre gegenseitige entfremdung zu begreifen und aufzulösen. – Unzulängliches "funktionieren" im rahmen der geschlechtsbeziehungen wird deutlich als auslöser von selbstvergewaltigungs- und selbstzerstörungstendenzen (auch) bei männern. Dies wird kaschiert durch patriarchalische selbstwertgefühle – nicht nur auf kosten der sexualpartnerInnen, sondern auch der eigenen geschlechtlichkeit. Der PENIS wird zum werkzeug, - die gesellschaftlich "normale" verdinglichung vergiftet menschliche nähe und intimität. Selbsthaß wird zu haß auf das sexuelle gegenüber: "Natürlich habe ich sie/ihn ficken wollen!"

Ein tief berührendes stück, das sich noch immer sehr gut eignet zur szenischen lesung in männergruppen – aber gibt es überhaupt noch männergruppen??

 

 
Sarah gerstner & mondrian graf v. lüttichau: "WARUM IST ES SO SCHWER, GEFÜHLE ZU ZEIGEN?!"

Sarah war 1971 elf, ich (mondrian) war neunzehn. Kennengelernt hatten wir uns auf den spielplätzen der kleinen württembergischen stadt, in der wir beide lebten. Ab 1971 war ich, für die letzten beiden schuljahre bis zum abitur, in heidelberg im internat. Dorthin hat sarah mir ihre ersten briefe geschrieben. Unser briefwechsel (bis 1980) zeigt in den ersten jahren viel von sarahs empfindungen und lebensentscheidungen angesichts alterstypischer erfahrungen und probleme. Deutlich wird der soziale anpassungsdruck hin zum "nett sein", zu idealisierten beziehungsmodellen, dem mädchen ausgesetzt sind. Sarah gelang es in diesen jahren, immer wieder zurückzufinden zu ihren authentischen empfindungen, - wodurch sie sich notwendigerweise von vielen gleichaltrigen distanzieren mußte. - In späteren briefen konnten wir uns austauschen über unsere sehnsucht nach authentischen begegnungen, über sexualität und körperliche liebe.
1980 brach sarah unseren kontakt plötzlich ab - mit dem hinweis auf kindliche träume und illusionen, in denen ich wohl noch steckte, sie aber nicht mehr..
 (Sarah gerstner ist ein pseudonym.)

Siehe zu diesem buch eine grundlegende anmerkung auf der startseite!

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: MAUER AUS SCHWEIGEN UND MISSTRAUEN. Briefe gegen erwachsene

Briefzitate aus den jahren 1968-77 machen auswirkungen sozialer verdinglichung in der konsumgesellschaft BRD auf kinder und jugendliche sinnlich nachvollziehbar. Dieses bereits 1978 entstandene manuskript wollte zusammenhänge solcher "ganz normaler" unterdrückungsformen zu haß und gewalt der damaligen stadtguerilla-scene (RAF, Bewegung 2. Juni) verdeutlichen; es widerspricht den in der medien-öffentlichkeit so beliebten ideologischen schwarz/weiß-argumenten.

Kindern und jugendlichen im heutigen deutschland geht es anders, aber kaum besser. Die mauer aus schweigen und mißtrauen zwischen den generationen ist ungebrochen; - genaues, achtsames hinschauen (mit herz und vernunft) auf die situation, das empfinden von kindern und jugendlichen ist noch immer selten. Stattdessen hat sich die "jugendhilfe"-bürokratie weiter perfektioniert; verstärkt werden neuropharmaka eingesetzt gegen schwierige kinder.

 

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: "JEDE ZIGARETTE IST EIN SCHREI NACH ZÄRTLICHKEIT!"

Durch den kontakt mit ausreißern (trebegängern) entstand in dieser zeit (ab 1980) die gewißheit, daß ich umfassender und systematischer eintreten sollte, könnte und müßte gegen verdinglichte lebensformen und für menschenwürdigere beziehungen. Wichtig wurde der kontakt zur 'INDIANERKOMMUNE' (nürnberg, zunächst heidelberg), die vehement öffentlichkeitsarbeit machte gegen konsumterror, suchtformen und vergiftete elternhäuser. Lebensfeindliche sozialisationsbedingungen führen (bei den meisten von uns) zu seelischen verletzungen und zerstörungen, die sich im späteren leben weiterhin auswirken. – Ich begann, mir einzugestehen, daß auch ich erhebliche traumafolgeschädigungen hatte, nicht zuletzt im bereich sexualität.

Dies ist eine neufassung des 1983 als buchhandelsausgabe erschienenen titels 'Marsmenschlichkeit' (teil I).

(Siehe zu diesem buch eine grundlegende anmerkung auf der startseite!)

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: WENN WIR UNS ALLE WIEDERFINDEN

Direkte folge von 'Jede zigarette ist ein schrei nach zärtlichkeit!'. Nach dem umzug von wuppertal zurück nach heidelberg stand für ein paar jahre die liebesbeziehung mit judith im mittelpunkt meines lebens. Wir konnten sexuelle empfindungen und bedürfnisse aussprechen und gemeinsame erfahrungen machen. Dennoch holten uns die mitgebrachten ängste und zerstörungen wieder ein. Immerhin waren wir nicht alleine mit unserer sehnsucht nach unentfremdeter nähe..

(Manche stellen könnten als trigger wirken für überlebende von sexueller gewalt!)

(Siehe zu diesem buch eine grundlegende anmerkung auf der startseite!)

 
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