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Claudia Beate Schill: IMMER WERDEN WIR FREMDLINGE SEIN |
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Eine Auswahl (1978-2009) (Hrsg. Mondrian v. Lüttichau)
Freiheit zu neuschöpfendem sein findet die lyrikerin claudia beate schill im dschungel der wörter. Sie bricht durchs unterholz der sprache, schwirrt der sonne entgegen wie die lerche, sucht leben, sucht sinn - irgendwo zwischen paradies und apokalypse. Ich bin dankbar und froh, daß diese auswahl ihrer anrührenden, vieldeutigen, archaischen, liebevollen, versponnenen, trotzigen poesie bei AUTONOMIE UND CHAOS möglich wurde. Enthalten ist auch ein wichtiges, bisher unveröffentlichtes 'Traktat aus einem Privatbrief über Lyrik'.
Siehe auch die federzeichnungen 'Menschen in Bewegung' von claudia beate schill.
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Mondrian w. graf v. lüttichau: "SCHWEINISCH WIRD KRITISCH UND PHYSISCH!" |
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Unter den gleichaltrigen im gymnasium war ich ein außenseiter aus gründen, die ich erst viel später verstanden habe. Ich suchte – ja, was? – und fand etwas davon im kontakt mit gassenkindern (das ist schwäbisch und meint kinder, die ihre freizeit relativ selbstbestimmt 'draußen' verbringen können, ohne daß sie deshalb straßenkinder im üblichen sinn wären.) – In diesem buch versuche ich etwas von der ganz eigenen lebendigkeit zu vermitteln, die bei kindern zwischen 8 und 12 lebt (der sogenannten "vorpubertät"), eine zeit, in der erwachsene ihrem seelenleben oft besonders wenig aufmerksamkeit schenken. Bei den kindern dagegen eine zeit hoher sozialer offenheit und achtsamkeit, in der sich vieles entscheidet. Bei einigen der im buch vorkommenden kinder wird seelisches leid aufgrund von dysfunktionalen elternhausbedingungen deutlich. Im mittelpunkt stehen jedoch individuelle ressourcen der kinder, die sich im allgemeinen an der erwachsenenwelt vorbei entfaltet haben.. soweit es ging. –
Im anhang eine sammlung von regeln für's gummihupfen (gummitwist); diese wurden seinerzeit nur mündlich weitergegeben unter den kindern.
Siehe zu diesem buch eine grundlegende anmerkung auf der startseite!
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Harald Graf v. Lüttichau: GESCHICHTE DER FAMILIE |
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(Hrsg. mondrian v. lüttichau)
Dieser zentrale band der von meinem vater (1921-1999) begründeten 'Beiträge zur Familiengeschichte der Herren, Freiherren und Grafen v. Lüttichau' wird hier in 2. auflage online veröffentlicht, inhaltlich im wesentlichen unverändert, jedoch digitalisiert und in neuem lay out. Er enthält eine genealogisch strukturierte zusammenstellung von daten der namensträger ab 14. jahrhundert (nach dem kenntnisstand von 1985). Grundlage der familiengeschichte sind vom autor seit etwa 1940 erforschte und gesammelte quellen und regesten. Diese sind dokumentiert in den weiteren bänden der 'Beiträge zur Familiengeschichte..' (die eingesehen werden können in verschiedenen landes- und universitätsbibliotheken, genealogischen archiven sowie bei familienmitgliedern). Für die online-neuauflage hinzugefügt wurden etliche abbildungen sowie erläuterungen.
Genealogisch orientierte familiengeschichte bedeutet mir an sich nichts. "Verwandten" fühle ich mich nicht per se verbundener als "nichtverwandten" menschen. Gleichwohl gab es seit meiner kindheit immer wieder austausch mit meinem vater über sein lebensthema, - was ihn öfters hoffen ließ, ich könnte seine arbeit einmal fortführen oder doch bewahren.
Für mich haben derlei dokumentationen eher sinnlich-symbolische bedeutung. Sie tragen bei zum bewußtsein, mit letztlich allen menschen, mit der ganzen welt verbunden, vernetzt, verflochten zu sein, - verwurzelt zu sein in der welt. Während der arbeit an dieser neuausgabe wurde mir bewußt, wie viele menschliche schicksale sich entfaltet haben, ohne die es mich nicht gäbe, - gerade in sachsen, wo ich an der neuausgabe arbeitete: dörfer, rittergüter, zerstörungen, heiraten.. - Natürlich ist sowas keine ganz neue erkenntnis, aber sie wurde mal wieder sinnlich greifbarer für mich.
So meint die neuherausgabe der familiengeschichte keine wendung in die vergangenheit, sondern vielmehr den impuls, bewußtsein für die realität des vergangenen in der und für die gegenwart zu wecken.
Aktuell: Die VILLA LUTTICHAU, stammsitz der italienischen lütttichaus, wird derzeit rekonstruiert! Hier ein link!
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Mondrian w. graf v. lüttichau: ALLTAG MIT TINA |
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Bettina ist kognitiv beeinträchtigt ("geistigbehindert"). Das buch berichtet von unserer liebesbeziehung über drei jahre. Es wird deutlich, daß auch derart schwer beeinträchtigte menschen gleichberechtigte, partnerschaftliche freundschaften, sogar liebesbeziehungen leben können, sofern ihre kognitiven und seelischen möglichkeiten als rahmen der begegnung geachtet werden. Ihnen angemessene entwicklungsbedingungen in der kindheit vorausgesetzt (und dieses glück hatte tina!), werden auch menschen mit schweren kognitiven beeinträchtigungen "erwachsen", sie entwickeln lebensreife und beziehungsfähigkeit (einschließlich erotisch-sexueller entfaltung).
Auf grundlage der erfahrungen in der beziehung mit bettina kann ich die sozialisationsbedingungen wohl der meisten "geistigbehinderten" menschen (auch hierzulande) nur als verbrechen gegen die menschlichen grundrechte sehen.
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Mondrian w. graf v. lüttichau (Hrsg.): VON DEN ELTERN |
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Daß der versuch, meine psychosoziale entwicklung, mein gewordensein zu verstehen, sich als roter faden durch alles hindurchzieht, was mir im leben wichtig wurde, kann ich mir erst jetzt eingestehen, im rückblick. Wohl erst aufgrund der durch den tod meiner eltern ermöglichten abgrenzung von ihnen fand ich den nötigen freiraum, mir wirklich gedanken zu machen auch über ihr leben, über ihre wahrheiten.
Diese veröffentlichung von briefen, aufzeichnungen, dokumenten und kommentaren könnte einiges von der pathologischen, leidvollen und (vor allem für die eltern) tragischen psychodynamik in meinem elternhaus vermitteln – und ist eine wichtige ergänzung zu meinen früheren darstellungen, die ich gleichwohl in keinem satz relativieren oder korrigieren kann. – Mithilfe ihrer briefe und aufzeichnungen habe ich manches von meinen eltern besser verstehen gelernt. Ich hoffe und glaube, daß durch diese dokumentation verständnis für ihr seelisches wie soziales schicksal auch bei außenstehenden entstehen könnte.
Solch nachträgliches verständnis für eltern führt allzu oft dazu, daß die erwachsen gewordenen kinder ihr eigenes kindheitsleid umdefinieren und verdrängen – mit weitreichenden folgen. Etwas wie "nachgetragene liebe" (peter härtling) gibt es auch bei mir, - gleichwohl bin ich vorbehaltlos solidarisch mit dem kindlichen wolfi, in der zermürbenden beziehungs- und orientierungslosigkeit seines elternhauses. Es ist keine gesunde form von aufarbeitung, kindliches leid zu relativieren mit dem leid der dazugehörigen eltern!
Im vordergrund des verhältnisses zwischen meinen eltern und mir steht meines erachtens nicht unbedingt schuld, sondern eine tragik, in der mein elternhaus exemplarisch ist für allzu viele familien: Symptome früherer psychischer verletzungen werden (bei funktionierender sozialer fassade) in der nächsten generation ausagiert und bewirken dort neue psychische belastungen..
In dieser dokumentation soll zumindest ansatzweise etwas von der wahrheit meiner eltern deutlich werden – nicht zuletzt ihr oft hilfloses bemühen, mir gerecht zu werden und mich zu unterstützen – im rahmen ihrer seelischen möglichkeiten und ihres verständnisses.
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