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Übersicht

Auf diesen Seiten finden Sie zu jedem Buch eine kurze Einleitung und die Möglichkeit, es per Klick auf den PDF-Link zum Lesen zu öffnen. Alle Bücher können Sie kostenfrei speichern und bei Bedarf auch ausdrucken (Seitenformat DIN A 4).

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Claudia Beate Schill: MENSCHEN IN BEWEGUNG

Ein im jahr 2010 entstandener zyklus von federzeichnungen der lyrikerin zeigt uns geradezu archetypische momente von lebenszugewandter menschlichkeit. Es sind bilder von meditativer durchsichtigkeit, bestimmt von tiefer menschenliebe und achtsamkeit.

Claudia schreibt in ihrem vorwort: "Alle Menschen bewegen sich aufeinander zu, voneinander fort oder treten im Zweifelsfalle auf der Stelle, ob sie das nun wollen oder auch nicht. Sich in Bewegung befindliche Menschen sind wie ein Wunder, was sie selbst kaum oder auch gar nicht wahrnehmen. Alles, was Odem hat, atmet, lebt, ist aufeinander angewiesen oder tauscht sich geistig oder finanziell aus. So verkörpert jeder einzelne Mensch seine eigene Welt, die mit ihm be­ginnt und aufhört. Weltgeschichten werden geboren und begraben. (...) Menschen wirklich, genau und nicht oberflächlich wahrzunehmen, ist mit der Feder einfacher auszuführen als mit irgendeinem technischen Apparat. Menschen in Bewegung sind genauso faszinierend wie Blumen, Vögel, Tiere oder Engel."

Siehe bei A+C auch den gedichtband 'IMMER WERDEN WIR FREMDLINGE SEIN'.

auc-37-menschen-schill.pdfalt 14,49 MB           (Download dauert etwas länger - Bitte geduld!)

 
Diotíma: SCHULE DER LIEBE
(Bearbeitete neuausgabe: Mondrian graf v. lüttichau)

Dieses buch ist ein wunder! Es ist gewiß das radikalste, tiefste, liebevollste und weiseste, das in deutscher sprache je zum thema leibliche liebe geschrieben wurde. Diotímas haltung ist radikal in jeder weise: Liebe sieht sie als schrankenlose, tabulose sexuelle leidenschaft und hingabe und zugleich unbedingte und kompromißlos innigste nähe zweier menschen in ihrer individualität. 'Schule der Liebe' erschien 1930 im Verlag Eugen Diederichs (Jena). Die neuausgabe wurde um rund 70% gekürzt. Herausgenommen wurden vor allem inhaltliche redundanzen und weitschweifige erörterungen, die vielleicht damals die funktion hatten, zensur-instanzen abzulenken. Einige zeittypische begriffe wurden durch heutzutage verständlichere ersetzt. – Die ausgabe enthält ein ausführliches nachwort des herausgebers.

 

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: WIR INTERNATLER

Für die beiden letzten schuljahre bis zum abitur war ich im internat in heidelberg. Dort entstand rund um mein zimmer ein informelles begegnungszentrum von vorrangig jüngeren internatlern. Gespräche, musikhören, essen, malen und einfach beieinander sein waren die von der internatsleitung akzeptierten aspekte unserer "kommune" (wie das ganze genannt wurde von den beteiligten), schwule begegnungen und (moderater) alkoholkonsum die nichtakzeptierten. – Im mittelpunkt der tagebuchauszüge steht die (in ihrer vielschichtigkeit von erwachsenen meist nicht wahrgenommene) lebendigkeit 11-14jähriger jungen, aber auch die schöne und schwierige liebesbeziehung zwischen jim & mir. In diesen beiden jahren habe ich erkannt, daß männliche menschen keineswegs von natur aus unsensibler sind als weibliche; - die typische seelische abstumpfung vielleicht der meisten erwachsenen männer hat eher mit geschlechtsspezifischer sozialisation und entsprechenden umständen im arbeitsleben zu tun. Deutlich wird in den tagebüchern aber auch, wie schlimm es für die allermeisten internatler ist, in die internatserziehung abgeschoben zu werden von eltern, die offenbar wichtigeres zu tun haben..

Siehe zu diesen büchern eine grundlegende anmerkung auf der startseite!

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: AUSSENSEITER-ALLÜREN. Anatomie einer kriegserklärung

Eine gekürzte, aber ansonsten sprachlich und inhaltlich authentische fassung meiner ersten tagebücher, als 14-18jähriger. Im mittelpunkt steht die schrittweise distanzierung und abgrenzung von den eltern – nicht vorrangig in demonstrativen kampfgebärden, vielmehr als reflexionsprozeß, bei dem in zunehmendem maße das mir eigene sich herauskristallisierte. Deutlich werden im elternhaus momente von überbehütung, beziehungsleere und parentifizierung. Nachdenken, lesen und schreiben sind die ersten alternativen, aber schon in dieser zeit zeigt sich meine suche nach authentischen begegnungen als zentrale lebensbewegung. – "Außenseiter-allüren" hatte seinerzeit meine mutter mir vorgehalten: doppelt verächtlich, indem noch nichtmal mein außenseiter-sein ernstgenommen wurde. Der untertitel meint meinen damals bewußt werdenden widerstand gegen entfremdete (verdinglichte) zwischenmenschliche beziehungen.

 

 
Eugen Diesel: ZIVILISATORISCHER FIRLEFANZ - Verdinglichung mit Perspektiven 1926 & 1947

  (Herausgeber: mondrian v. lüttichau)                                                                                         

Der nahezu vergessene technikphilosoph eugen diesel (1889-1970) hat lebenslang nachgedacht über perspektiven der zivilisation. Es ging ihm um die fatalen gesellschaftlichen auswirkungen von technik und organisation, von rationalisierung und bilanzierung, von werbung und konsum in unserer zeit. Kritik an der verwissenschaftlichung des denkens (des "geistes") und der bürokratisierung der sozialen prozesse. Die verdinglichung von organismen, begriffen, ideen/einfällen, von zeit/geschwindigkeit. Der "totale" staat. - Dies nicht im sinne maschinenstürmerischer rückwärtswendung zu "blut und boden" oder "goetheschem geist", sondern als techniker, als genuin systemischer, humanökologischer und rhizomatischer denker, ideologiekritisch, manchmal mit bitterer ironie, aber ehrlich auf der suche nach lebenswerten perspektiven, - und ohne momente von ratlosigkeit zu verschweigen.

Für diesel, dem kreatives verständnis für maschinen, regelungstechnik (als grundlage der kybernetik) und organisation zweifellos schon vom vater (dem motorenerfinder) nahegebracht wurde, ist die progressive verdinglichung der menschenwelt sinnlich (auch psychologisch) greifbarer als für viele politiker oder gesellschaftskritische intellektuelle, die sich mit "technischem" nicht befassen mögen. Seiner darstellung kommt das zugute. Eugen diesel verdeutlicht uns problematische grundmuster, die aktuell geblieben sind; - in mancher hinsicht sind sie heute, im "informationstechnischen" zeitalter von "postmoderne", "radikalem konstruktivismus", "beschleunigung" und "globalisierung", sogar besser zu erkennen als damals. Er nimmt uns mit auf seine suche nach möglichkeiten einer zu irreversiblen entwicklungen kompatiblen gegenbewegung, mit der zunehmend zerstörerisch werdende positive regelkreise möglicherweise ausgeglichen werden könnten.

Sinnlich greifbar wird uns in seiner darstellung die alltägliche, unmerklich und geradezu selbstverständlich fortschreitende verdinglichung, instrumentalisierung unserer welt - und unseres bewußtseins! - Derzeit erleben wir entsprechende prozesse hautnah mit im bereich der digitalen technik: google, social networks, e-bay, amazon, virtuelle welt, blogs, chat rooms, i-phone.. Fortschritte ohne zweifel - aber wohin? Nutzen wir ihre möglichkeiten selbstbestimmt oder passen wir uns ihren vorgaben "automatisch" an? Welche freiräume und erfahrungen werden verstellt durch das neue?

Es könnte nützlich sein, aus der zeitlichen distanz seines blickwinkels konkret und alltäglich über entfremdung, verdinglichung, mechanisierung des heutigen lebens nachzudenken - achtsam für unseren alltag - im bemühen, wahlmöglichkeiten zu erkennen, freiräume, in denen gegenbewegungen zur progressiven verdinglichung sich entfalten können - wenn auch "nur" für unseren individuellen einflußbereich. "In dem erstaunlich verwickelten Gewebe steht jeder von uns an einem Knotenpunkt, worin tausende der ungleichartigsten Fäden zusammenlaufen", schreibt eugen diesel; darin liegt auch ein potential!

Als erstmalige wiederveröffentlichung werden hier zwei texte eugen diesels nebeneinandergestellt: 'Die Krise der Lebendigkeit' (1926) und 'Das Schicksal der Menschheit im Zeitalter der Technik' (1947). - Mit vorwort des herausgebers.

 

auc-43-diesel.pdfalt 1,08 MB     

 
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