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Claudia Beate Schill: MENSCHEN IN BEWEGUNG

                                                                                                                                                          Neu im august 2010

Ein im jahr 2010 entstandener zyklus von federzeichnungen der lyrikerin zeigt uns geradezu archetypische momente von lebenszugewandter menschlichkeit. Es sind bilder von meditativer durchsichtigkeit, bestimmt von tiefer menschenliebe und achtsamkeit.

Claudia schreibt in ihrem vorwort: "Alle Menschen bewegen sich aufeinander zu, voneinander fort oder treten im Zweifelsfalle auf der Stelle, ob sie das nun wollen oder auch nicht. Sich in Bewegung befindliche Menschen sind wie ein Wunder, was sie selbst kaum oder auch gar nicht wahrnehmen. Alles, was Odem hat, atmet, lebt, ist aufeinander angewiesen oder tauscht sich geistig oder finanziell aus. So verkörpert jeder einzelne Mensch seine eigene Welt, die mit ihm be­ginnt und aufhört. Weltgeschichten werden geboren und begraben. (...) Menschen wirklich, genau und nicht oberflächlich wahrzunehmen, ist mit der Feder einfacher auszuführen als mit irgendeinem technischen Apparat. Menschen in Bewegung sind genauso faszinierend wie Blumen, Vögel, Tiere oder Engel."

Siehe bei A+C auch den gedichtband 'IMMER WERDEN WIR FREMDLINGE SEIN'.

auc-37-menschen-schill.pdfalt 14,49 MB           (Download dauert etwas länger - Bitte geduld!)

 
Petra Nürnberger: MEINE FREUNDIN PAULA N. – Wie es weiterging. Leben voller Hoffnung

                                                                                                                                                                          Neu im juli 2010

Petra nürnberger ist überlebende von schwersten psychischen traumatisierungen in der kindheit. Neben anderen traumafolgeschädigungen entstand bei ihr eine dissoziative identitätsstörung (DIS, umgangssprachlich "multiple persönlichkeit"). Ursprünglich 36 anteile (persönlichkeiten) mußten sich in der kindheit abspalten, um die unterschiedlichsten traumaerfahrungen aushalten zu können bzw. den anforderungen des alltags gerecht zu werden.

In einer früheren veröffentlichung (2005) hatten die persönlichkeiten der gruppe nürnberger von sich selbst und den ersten jahren der traumatherapeutischen aufarbeitung berichtet. Jetzt geht um die möglicherweise abschließende phase der therapie. Im mittelpunkt stand die zunächst noch recht labile 'innenarchitektur' des multiplen systems, nicht zuletzt die solidarische und gleichberechtigte kooperation der persönlichkeiten miteinander – orientiert am leben hier und heute mit all seinen 'ganz normalen' konflikten.

Petra nürnberger ist inzwischen mit großem engagement wieder berufstätig, die traumatische kindheit ist vergangenheit geworden. Die weiterhin existierenden persönlichkeiten leben und arbeiten gleichberechtigt hand in hand; - für die gruppe nürnberger gilt ohne zweifel, daß pures "überleben" zu "leben" geworden ist!

Dieser lebens- und therapiebericht kann betroffenen mut machen und hoffnung geben, daß der schwere, von rückschlägen gesäumte weg der therapeutischen aufarbeitung, der nachreifung, des heilewachsens sich lohnt, - daß auch für überlebende so schrecklicher kindheitserfahrungen ein einigermaßen "normaler", selbstbestimmter alltag mit freude, erfolg, bestätigung und lösbaren konflikten möglich werden kann! - Außenstehenden ermöglicht er ein nachempfinden der alltagssituation von menschen mit "multipler persönlichkeit", von denen mehr unter uns leben, als wir es wohl ahnen.

 

 
Adelheid Reinbold: RUSSISCHE SCENEN / IRRWISCH-FRITZE

Zwei Novellen

(Herausgeben von  mondrian v. lüttichau)                                                                                                              

Zu unrecht völlig in vergessenheit geraten war die junge schriftstellerin adelheid reinbold (1800-1839), eine eigenwillige literarische protagonistin der ersten deutschen frauenbewegung. Sie stammte aus hannover, arbeitete vorrangig in dresden und war befreundet mit dorothea und ludwig tieck, friedrich v. raumer und ida v. lüttichau. Zwei noch immer lebensvolle, tiefgründige und mitreißende novellen werden hier wiederveröffentlicht, 170 jahre nach ihrem tod. Dazu ein biobibliografisches vorwort (mondrian v. lüttichau) sowie ein zeitgenössischer nachruf (ludwig tieck).

 

 
DIE SINNSPRÜCHE DES LI BOYANG, GENANNT LAO TSE
Das Daodejing (Tao Te King)

(Freie übertragung von mondrian v. lüttichau)

Diese uralten sinnsprüche sind ein plädoyer für herrschaftslose achtsamkeit und gegen entfremdung von der ganzheit des lebens. - Mit einer früheren version dieser interpretierenden nacherzählung wurde 1981 der selbstverlag 'Aus Autonomie & Chaos Heidelberg' begonnen. Die veränderte neuausgabe entstand wesentlich auf anregung des Daodejing-forschers matthias claus und ist erschienen als buchhandelsausgabe in dessen verlag 'DAS KLASSISCHE CHINA' (www.das-klassische-china.de). Bestellt werden kann es dort, jedoch auch im buchhandel.

Das nachwort der neuausgabe kann hier (kostenfrei) heruntergeladen werden.

 

 
Mondrian w. graf v. lüttichau: THERAPIE ODER LEBEN ? – Begegnungen in der akutpsychiatrie

Bestandteil meiner empfindungen und erfahrungen während der fast dreijährigen arbeit in verschiedenen akut- und subakutstationen war die selbstverständlichkeit, 'außenseiter' zu sein und fast ausschließlich mit 'außenseitern' zu tun zu haben, seit der kindheit. – Gesellschaftliche ordnungskategorien wie 'krank', 'gesund', 'vorgesetzter', 'untergebener', 'professionelle beziehung', 'arbeit', 'hobby', 'privatleben', 'klient', 'helfer' waren von daher für mich nie selbstverständlich, vielmehr habe ich dem sinn jeder begegnung situativ gerechtzuwerden versucht, egal mit wem. – Dabei war und bin keineswegs ich als 'profi' immer der 'helfende' und jemand mit 'psychischer erkrankung' demgegenüber die oder der 'hilfebedürftige'. – "Es sollte immer ein geben und nehmen sein, - nur dann kann ich vertrauen haben zu einem freund oder einem therapeuten!" hat mir unlängst jemand gesagt..

Mitgenommen habe ich die überzeugung, daß die akutpsychiatrie unter den gegebenen gesellschaftlichen bedingungen nicht reformierbar ist. Allenfalls kann sie kriseninterventionsfunktion haben. Sofern 'therapie' etwas im sinne von gesundwerden, heilen meinen soll, ist der begriff in diesem zusammenhang nicht angebracht.

Mitgenommen habe ich aber vor allem das geschenk von begegnungen, die mir bis heute orientierung und bestätigung sind. Noch immer dankbarkeit, noch immer trauer - -

Mitgenommen aus der zeit in der akutpsychiatrie hab ich nicht zuletzt die erfahrung, daß es tatsächlich um liebe geht, - und daß liebe letztlich nur eines bedeuten kann: vorbehaltlose achtsamkeit für ein gegenüber, für die menschen, für das leben.


 
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