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BERLIN 1997-2000

 

Eine slideshow mit fotografien aus berlin

 

Die berliner RINGBAHN war ein mythos. Irgendwo einsteigen und rund um berlin fahren, immer weiter, in beiden richtungen. Seit einigen jahren gibt es sie wieder! Mit einem S-bahnplan der 60er jahre des letzten jahrhunderts fängt diese foto-slideshow an. Die allermeisten folgenden bilder hab ich 1997-2000 gemacht; dann bin ich erstmal weggezogen. Zuhause blieb ich dennoch in berlin.. - und inzwischen bin ich auch wieder hier! Neue fotos von berlin sind zu finden bei FLICKR, siehe den button hier auf der startseite, weiter unten.

Die 'VASE MIT FARBIGEM MOSAIK' von gerhard schultze-seehof entstand 1957 und steht kudamm ecke grolmanstraße. Die keramikstückchen stammen aus der zerstörten gedächtniskirche.

Die künstler des LEBENSALTER-brunnens auf dem wittenbergplatz (1985) sind waldemar grzimek, unter mitarbeit von hartmut bonk, fee franck und christian höpfner. - Er ist waldemar grzimeks letzte arbeit.


Es folgen fotos aus kreuzberg 36 und 61. Das legendäre BAUM-HAUS AN DER MAUER habe ich erst 2009 aufgenommen; wer weiß, wie lange es noch da ist. Die geschichte von osman kalim, der im niemandsland der mauer seinen kohl pflanzte, ist HIER nachzulesen.

Dann viele fotos vom ORANIENSTRASSEN-FEST 1999. Das ist die hauptstraße von kreuzberg 36, - das damals noch vom ruhm der besäzzerzeit seit 1979 zehrte. Inzwischen gibt es dort vor allem teure wohnungen und teure läden.

Die übriggebliebene front des ANHALTER BAHNHOFS. Auf dieses gelände zieht 1999 das TEMPODROM. Es gehörte bei seiner gründung zu den impulse der damaligen alternativbewegung; heute ist es eine der vielen kommerziell perfektionierten berliner touristenattraktionen. Aber selbst 1999 hat es noch etwas von dem charme der anfangsjahre. Hier ein paar fotos von den proben zur allerersten aufführung dort, noch ohne betonzelt.

Die häuser von HINRICH und INKEN BALLER mit ihren geschwungenen balkonen, schrägen säulen und spitzwinkligen räumen stehen am FRAENKELUFER.

Das floristik-lädchen EVA BLUME im graefe-kiez (kreuzberg 61) hab ich 2010 fotografiert. Im juli 2011 feiert es 5jähriges bestehen. Alles gute für die nächsten jahre - für eva blume wie für den graefe-kiez!


Die meisten bilder dieser slideshow sind aus BERLIN MITTE, - einschließlich der damaligen größten baustelle europas (vom POTSDAMER PLATZ bis zum neuen parlaments- und regierungskomplex um das KAPELLE-UFER; der heutige hauptbahnhof heißt in diesen jahren noch "lehrter stadtbahnhof"). Über den ALEX wird wieder die straßenbahn gelegt, am ehemaligen CHECKPOINT CHARLIE stehen reste der grenzanlagen neben den ersten gigantischen neubauten der FRIEDRICHSTRASSE.

An der ZIMMERSTRASSE ist der verlauf der MAUER markiert durch eine reihe pflastersteinen. Auf dem grundstück rechts, zimmerstraße 84-87, wohnten sigismund otto joseph v. treskow  und seine frau anna sara in einem vom schwiegervater benjamin george übernommenen anwesen. Deren tochter anna sara (1794-1873) heiratete benedikt anton v. lüttichau, den großvater meines urgroßvaters - oder andersrum. (Benedikt anton war ein sohn von christian friedrich tönne, nach dem der lüttichauweg am tierpark friedrichsfelde benannt ist.) Anna saras bruder johann carl sigismund v. treskow (verheiratet mit julie jouanne, einer enkelin des hugenottischen großkaufmanns benjamin george) wurde zum großvater von martha julie frieda v. treskow (1851-1935), verheiratet mit meinem urgroßvater gustav anton v. lüttichau. Carl sigismund v. treskow erwarb 1816 schloß und gut friedrichsfelde (gehört zum bezirk lichtenberg). Das dazugehörige vorwerk wurde nach ihm benannt; aus diesem entstand der heutige ortsteil karlshorst. - - Irgendwie bedeutet es mir doch etwas, auf diese weise auch symbolisch mit BERLIN vernetzt, verflochten zu sein.. (Siehe auch meinen blogeintrag zu  maria elisabeth mangelsdorff, der mutter von sigismund otto joseph v. treskow!)

Von der MAUER steht damals noch ein rest am rand des PRINZ ALBRECHT-GELÄNDES (folterkeller der gestapo, zu westberliner  zeiten verkehrsübungsplatz und freiluftpissoir).

Die zweiteilige skulptur 'BERLIN JUNCTION' von richard serra entstand 1987; sie steht vor der BERLINER PHILHARMONIE, unweit des neuen POTSDAMER PLATZES (rechts hinter der philharmonie ist die baustelle zu sehen).

Ein denkmal von will lammert (1957) FÜR DIE DEPORTIERTEN UND ERMORDETEN JUDEN steht an der GROSSEN HAMBURGER STRASSE,  neben dem eingangsbereich des ehemaligen jüdischen friedhofs. Hier, im "SCHEUNENVIERTEL", befand sich das altenheim der jüdischen gemeinde, das von den deutschen behörden zum sammellager umfunktioniert wurde. Von hier aus wurden mehr als 55 000 jüdische mitbürger in die vernichtungslager deportiert. Im schräg gegenüber gelegenen ST. HEDWIGS-KRANKENHAUS wurden juden vom personal versteckt bzw. es wurde ihnen in anderer weise geholfen.

Auf den KOPPENPLATZ (auch im ehemaligen scheunenviertel) steht die mehrteilige skulptur 'DER VERLASSENE RAUM' (von karl biedermann und eva butzmann) und erinnert an das herausgerissenwerden der juden aus ihrem alltag.

Auf dem FRANZÖSISCHEN FRIEDHOF (eingang chausseestraße) befinden sich sarkophage einiger meiner hugenotten-vorfahren, u.a. von benjamin george (1739-1823), nach dem die georgenstraße in berlin mitte benannt ist. (Der vater der erwähnten anna sara und großvater von julie jouanne.)


Anschließend einige fotos aus RIXDORF, dem ältesten kiez des arbeiterbezirks NEUKÖLLN, darunter von einem jahrmarkt auf der SONNENALLEE..


.. dann bilder von ÖSTLICHEN BERLINER BEZIRKEN UND GEBIETEN: friedrichshain, wuhletal (marzahn/hellersdorf),  treptow, buch, weißensee, prenzlauer berg..

Die OBERBAUMBRÜCKE über die SPREE führt heutzutage wieder vom schlesischen bahnhof (kreuzberg) nach dem FRIEDRICHSHAIN (warschauer straße). Zu westberliner zeiten war sie bekannt vor allen durch peter paul zahls 'Oberbaumverlag'. Auf den fotos sind  anlagen des osthafens zu sehen. - Auf meinem arbeitsweg von rixdorf nach marzahn war dieser sonnenaufgang über der spree ein tägliches geschenk..

Zwei aufnahmen möchten aufmerksam machen auf das ANTIQUARIAT REVERS im FRIEDRICHSHAIN (GABELSBERGER STRASSE). Schwerpunkt des angebots ist DDR-literatur sämtlicher fachgebiete. Eine fundgrube!

Die ZIONSKIRCHE (in der dietrich bonhoeffer gepredigt hat) und das denkmal für KÄTHE KOLLWITZ auf dem nach ihr benannten platz unweit ihrer wohnung gehören zum PRENZLAUER BERG.

TREPTOW ist der östliche nachbarbezirk zu kreuzberg 36 und neukölln. Die drei bezirke kommen zusammen, wo der NEUKÖLLNER SCHIFFAHRTSKANAL in den LANDWEHRKANAL fließt: ein seeartiges dreieck, an deren kreuzberger ufer sich früher nackte alternative räkelten - vis à vis der MAUER jenseits des wassers. Ein stück weiter, am osthafen, fließt der kanal in die spree.

Durch das niemandsland der staatsgrenze war in diesem abschnitt ökologisch wertvolle brache entstanden. Eine wagenburg mit alternativen projekten entsteht und wird, bald nachdem ich die fotos gemacht habe, von dort wieder vertrieben zugunsten einer "ordentlichen" freizeit- und parkanlage. Aber die WAGENBURG LOHMÜHLE gibt es noch immer!

Auch der riesige HALLEN-FLOHMARKT in der treptower eichenstraße findet noch immer statt. Der ehemalige omnibusbetriebshof heißt mittlerweile ARENA BERLIN und ist ein "multifunktionelles veranstaltungszentrum".


Von "KW" (wie der berliner nachbarort KÖNIGS WUSTERHAUSEN umgangssprachlich meist genannt wird) führen viele wege in das vielfältige südöstliche umland berlins: waßmannsdorf, selchow, neue mühle, zernsdorf, bindow, gussow, die senziger heide und mehr.


Viele fotos weiter kommt wieder ein sprung nach norden, - in den WEDDING, auch ein traditionsreicher arbeiterbezirk.

Das dunkelrote gebäude ist das erhaltengebliebene hauptgebäude des 1897 erbauten asyls für obdachlose männer, die "WIESENBURG".

Anschließend der hinterhof des hauses ACKERSTRASSE 80. Für solche eng verschachtelten mietskasernen mit mehreren hinterhäusern - für die arbeiter der großen fabriken (AEG, BORSIG u.a.) - war gerade die ackerstaße berüchtigt; die allermeisten wurden im krieg zerstört. Eine zeitlang hab ich in der ackerstaße 80 gewohnt; dort war es möglich, den gesamten dachboden im carrée entlang zu wandern; die dachböden wurden von den mieterinnen früher vor allem zum wäsche trocknen genutzt. - Der längste teil der ackerstaße gehörte schon zu ostberlin.

Parallel zur ackerstraße führt die GARTENSTRASSE. Ein blick sie entlang bis vor zu einer alten EISENBAHNBRÜCKE hat eigene historische bedeutung. Die alte nordbahnhofs-mauer links ist während der DDR-zeit direkte grenzmauer! Die grenze macht vorne eine spitze kehre nach links (entlang der liesenstraße).  Dort setzt wieder die übliche "mauer" ein, von der oben auf der böschung noch heute ein kleines stückchen erhalten ist. - An dieser stelle wird etwas deutlicher, wie der GESUNDBRUNNEN-KIEZ (westberlin) seinerzeit von drei seiten begrenzt ist durch "die mauer". Aufgrund dieser extemen isolation hatte der kiez seinerzeit eine seltsam abgestorbene, fast geisterhafte stimmung, von der sich noch immer etwas erhalten hat. (Von gustav wunderwald, einem leider kaum bekannten berlin-maler, gibt es ein gemälde der brücke über garten- und ackerstaße aus dem jahr 1927.)

Es folgen fotos der brunnen-installation 'TANZ AUF DEM VULKAN' von ludmila seefried-matejkova (1988), auf dem NETTELBECKPLATZ am wedding.


Bis 2000 war ich beschäftigt in einem psychiatrischen krankenhaus in HELLERSDORF/MARZAHN. Von der S-bahnstation konnte ich die straße entlang laufen, aber auch das WUHLETAL hoch.. und natürlich habe ich diese alternative gewählt!
Auch ein foto aus dem therapieraum von haus 2 soll hierzu gehören. In dieser station befand sich 1970 SONJA GERSTNER (ihr zimmer lag hinter dem sichtbaren fenster im gegenüberliegenden flügel); in diesem therapieraum hat sie manche ihrer bilder gemalt. Nachdem sie von hier entlassen worden war in die eigene wohnung, nahm sie sich dort das leben: 'Flucht in die Wolken'..

Im BUCHER FORST stehe ich im mai 2000 vor einer zauberhaft-archaischen installation, - offensichtlich ein "tanz der bäume"! Fast hör ich afrikanische trommeln dazu! Leider ist es mir kaum gelungen, den hinreißend lebendigen eindruck der tanzenden baumgestalten fotografisch angemessen wiederzugeben. - Erst jetzt, zehn jahre später,erfahre ich, es handelt sich um eine installation des westafrikanischen, in berlin lebenden künstlers el hadji mansour ciss (kanakassy) mit dem titel GOTTES HOLZSTÜCKE - HAUCH DER AHNEN.


Diese und weitere fotos von berlin können von meinem flickr-account heruntergeladen werden, - hier!

Berlin ist anders geworden seither, - berlin wird immer wieder anders! Aber ohne zweifel ist es eine entdeckenswerte eigene welt geblieben! - - Im oktober 2011 bin ich zurück nach berlin gezogen, - genauer gesagt: nach köpenick (hirschgarten). Winken

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(Vergrößern der bilder mit rechtsklick!)

© für die fotos: Mondrian v. lüttichau

 
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