
| Aktuelle anmerkung im zusammenhang mit der öffentlichen diskussion über pädosexualität |
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Die INDIANERKOMMUNE ist seit mitte der 70er jahre unter anderem eingetreten für die legalisierung gewaltfreier sexueller kontakte zwischen kindern und erwachsenen. Dies war in den 80er jahren für mich wie für viele andere in der linken szene der BRD ausdruck des widerstands gegen repressalien von erwachsenen gegenüber der autonomen lebendigkeit von kindern/jugendlichen. Obwohl ich eine solche legalisierung heutzutage ablehne, sehe ich die INDIANERKOMMUNE auch im rückblick nicht als interessenorganisation pädosexueller erwachsener. Wesentlicher erscheint mir ihr eintreten für kinderrechte (gegenüber bürokratischer und eltern-macht) und gegen die zerstörung von menschlichkeit durch den "ganz normalen" konsumterror. In den jahren nach 1980 konnte ich eigene seelische defizite überwinden und mich weiterentwickeln - über die nachholende orientierung an kindlicher lebendigkeit (nicht vorrangig im erotischen sinne!) hinaus. Auch darüber steht einiges in den autobiografischen büchern. Eine pädosexuelle "veranlagung" habe oder hatte ich nicht, genausowenig irgendwelche neigungen zu machtausübung über kinder oder andere menschen. Allerdings gab und gibt es in mir einen kindlichen persönlichkeitsanteil (Ego State), der bis etwa 1975 relativ dominant war.
Bereits seit 1978 wurde von alice schwarzer, florence rush und alice miller auf das weitverbreitete vorkommen von sexueller grenzüberschreitung/gewalt/inzest gegenüber kindern und die schwerwiegenden seelischen folgen für diese hingewiesen. Dennoch profilierten die publikumsmedien noch viele jahre lang den "kinderschänder" als seltene abartige ausnahmefigur. Auch ich wurde aufmerksam für das alltägliche vorkommen von sexualisierter gewalt gegen kinder erst durch fachliche kontakte mit betroffenen/überlebenden im psychiatrischen krankenhaus (seit 1995). Seither kann ich für die legalisierung sexueller kontakte zwischen kindern und erwachsenen nicht mehr eintreten. Aus diesem grund hatte ich mich etwa 1997 von der nachfolgeorganisation der INDIANERKOMMUNE (Kinderselbsthilfe Nürnberg) distanziert (und das denen auch geschrieben.)
Als 1981 die eltern eines durch einen sexualtäter ermordeten mädchens in den medien auf das allgemeine öffentliche desinteresse an gesellschaftlichen umständen hinwiesen, durch die solche täter bzw. taten entstehen, ernteten sie haßerfüllte briefe und telefonate (siehe hier im anhang zu 'Schweinisch wird kritisch und physisch!'). - Ich hatte in einem TAZ-leserbrief (14.1.83) geschrieben, in den "schlimmen erfahrungen mit pädophilen beziehungen kommt durchaus machtmißbrauch von (v)erwachsenen zum ausdruck, nur wird dieser machtmißbrauch möglich erst durch gesetze, die erwachsenen menschen in jeder weise schrankenloses recht auf gewalt gegen nicht-erwachene menschen geben" und hatte "ernsthafte, sachliche, lebendige auseinandersetzung mit pädophilie" gefordert. Darin zumindest hat sich meine auffassung nicht geändert.
Mir geht es in diesem zusammenhang jedenfalls nicht um "täterschutz", sondern um täterorientierte prävention. (Siehe auch meinen beitrag in 'Trauma & Gewalt' 3/2010, seite 257.) Dennoch muß solidarität, hilfe und therapie für opfer/überlebende priorität haben! (Siehe hierzu die INITIATIVE PHÖNIX.) Meine online-veröffentlichung auch solcher in manchem angreifbaren aufzeichnungen versteht sich als beitrag dazu, öffentliche tabuisierung und denkverbote zu überwinden. Dies ist kein widerspruch zur niederschwelligen information über psychotraumatologische zusammenhänge (z. b. auf der website www.DISSOZIATION-UND-TRAUMA.de), sondern eine wie mir scheint notwendige ergänzung. Mondrian v. lüttichau
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